Glossar

Glossar der Begriffe, die in kinderkrebsinfo und kinderblutkrankheiten verwendet werden.

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Naevus flammeus
Ein Naevus flammeus ist ein gutartiges Muttermal (Nävus) mit hell- bis dunkelroter bzw. rotvioletter Farbe.

Narkose syn. Vollnarkose; Allgemeinnarkose; Allgemeinanäst
Narkoseart, bei der der Patient schläft und die Reflexaktivität vermindert ist (= Voll- oder Allgemeinnarkose); führt zu einer völligen Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz-, Temperatur- und Berührungsreizen (Betäubung). Aufgrund der verminderten Reflexaktivität wird der Patient während einer Operation i.d.R. über ein Beatmungsrohr (Tubus) beatmet (sog. Intubation).
Querverweise: Anästhesie - Intubation

Natrium (Abk.: Na)
für den Menschen lebensnotwendiges chemisches Element; es trägt (wie Kalium) zum Aufbau der elektrischen Spannung an den Zellmembranen bei und ist daher wichtig für die Weiterleitung von Nervenimpulsen, den Herzrhythmus sowie für die Funktion von Muskelzellen. Außerdem spielt Natrium eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht des Wasserhaushalts im Körper. Seine Gesamtkonzentration wird in der Regel im Blut nachgewiesen und hängt eng mit dem Wasserhaushalt zusammen. Verminderte Natriumwerte (bedingt durch zu viel Wasser im Körper) können z.B. durch Wasseransammlungen im Gewebe, Medikamente sowie durch Verluste über die Nieren (z.B. bei Nierenfunktionsstörungen / Nierenversagen) bedingt sein. Erhöhte Natriumwerte (bedingt durch zu wenig Wasser im Körper) können z.B. durch starkes Schwitzen oder Durchfall hervorgerufen werden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Krebsbehandlung und ihre Nebenwirkungen können auch den Elektrolythaushalt beeinträchtigen. Regelmäßige Blutuntersuchungen dienen der Kontrolle.
Querverweise: Elektrolyte - Kalium - Zellmembran - Chemotherapie - Nierenversagen

Nebenniere (Abk.: NN)
paarige Hormondrüse, die von Fettgewebe umgeben jeweils dem oberen Pol der Niere aufliegt; sie besteht aus zwei funktionell unterschiedlichen Organen: Nebennierenmark und Nebennierenrinde.
Querverweise: Nebennierenrinde - Hormon

Nebennierenmark (Abk.: NNM) syn. Glandulae parathyroidea
Gewebe der Nebenniere, das aus verschiedenen Nervenzellen, vor allem aus Zellen des sympathischen (autonomen) Nervensystems aufgebaut ist.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Neuroblastome können aus entarteten unreifen Zellen des Nebennierenmarks entstehen.

Nebennierenrinde (Abk.: NNR)
Anteil der Nebenniere, der sich anatomisch unterhalb der Bindegewebskapsel des Organs befindet. Die NNR ist für die Produktion von Steroidhormonen zuständig und darüber hinaus am Wasser-, Mineralstoff- und Zuckerhaushalt beteiligt. Die NNR besteht aus drei Schichten: In der äußeren Zone wird vorwiegend das Hormon Aldosterol gebildet. Die Zellen der mittleren Schicht produzieren Glucocorticoide (wie Cortisol, Cortison) und geringe Mengen von Sexualhormonen (Androgene). In der inneren, zum Mark hin gelegenen Zone werden vorwiegend Androgene gebildet. Die Hormone der NNR stehen in enger Wechselwirkung mit anderen Hormondrüsen im Körper (z.B. der Hypophyse).
Querverweise: Hypophyse - Nebenniere - Steroidhormon - Hormon - Cortisol - Glukokortikoid

Nebenschilddrüsen syn. Glandulae parathyroidea
linsenförmige, lebenswichtige Hormondrüsen an der Rückseite der Schilddrüse; sie produzieren das Hormon Parathormon und seinen Gegenspieler Kalzitonin, die für die Regulation des Calcium-Phosphat-Stoffwechsels im Körper verantwortlich sind. Parathormon ist außerdem an der Produktion von Vitamin D beteiligt, das für die Knochenbildung und das Knochenwachstum essentiell ist.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Nach Bestrahlungen im Halsbereich kann es zu einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen kommen. Dadurch wird zu viel Parathormon gebildet (so genannter Hyperparathyroidismus) und infolgedessen vermehrt Calcium aus dem Knochen freigesetzt. Das Risiko für Knochenschwund, erhöhte Knochenbrüchigkeit, Knochenveränderungen und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen steigt.
Querverweise: Calcium - Hormon - Phosphat - Vitamin D - Osteoporose

Nekrose
pathologischer Untergang (Zerfall) einzelner Zellen oder eines Gewebes in einem lebenden Organismus aufgrund einer Schädigung der Zellstruktur und damit einhergehendem Ausfall von Zellfunktionen; Auslöser einer Nekrose können z.B. mechanische Verletzungen, Infektionen mit Krankheitserregern, Gifte, Sauerstoffmangel, Verbrennungen, Erfrierungen oder Strahlung sein. Der Zelltod und Zellzerfall im Rahmen einer Nekrose zeigt andere morphologische Eigenschaften und wird durch andere biochemische Vorgänge bestimmt als der natürlicherweise auftretende programmierte Zelltod, die so genannte Apoptose.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Nekrosen können Folge einer lokalen Strahlentherapie (Strahlennekrose) oder einer Behandlung mit Steroiden (Knochennekrosen) sein
Querverweise: Apoptose - Steroid - Strahlentherapie - Zelle - Infektion

neoadjuvant syn. präoperativ
unterstützende Maßnahme vor der geplanten Operation einer Tumorerkrankung, um die Ausgangssituation für eine Operation zu verbessern;
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine neoadjuvante Chemotherapie z. B. ist eine Chemotherapie, die vor der Entfernung eines Tumors durchgeführt wird mit dem Ziel, diesen vorab zu verkleinern und kleinste Tumornester abzutöten.
Querverweise: adjuvant - Chemotherapie - Tumor - Operation

Neoplasie
Neubildung von Gewebe: (1) im Rahmen der Geweberegeneration; (2) durch Störung oder Verlust der Wachstumsregulation (Neoplasma)
Querverweise: Neoplasma

Neoplasma syn. Tumor
Neubildung von Gewebe durch Verlust der zellulären Wachstumsregulation
Querverweise: Tumor

Nephroblastom syn. Wilms-Tumor
Em­bryo­na­ler, bös­ar­ti­ger so­li­der Tu­mor der Nie­re, der am häufigsten bei Kindern im Alter zwischen 1 und 5 Jahren vorkommt; insbesondere bei Vor­lie­gen ver­schie­de­ner Syn­dro­me bzw. an­ge­bo­re­ner Ano­ma­li­en. Macht 6 % al­ler bös­ar­ti­gen Er­kran­kun­gen im Kin­des- und Ju­gend­al­ter aus).
Querverweise: embryonal - Wilms-Tumorgen - Syndrom

Nephrostomie syn. Perkutane Nephrostomie, Pyelostomie
operatives Anlegen einer künstlichen Verbindung zwischen dem Nierenbecken und der Körperoberfläche mittels Punktion oder Schlauch (Katheter) zur Ausleitung des Urins unter Umgehung der ableitenden Harnwege; eine Nephrostomie ist notwendig, wenn der Abfluss des Urins aus einem oder beiden Nierenbecken behindert ist und dadurch ein Harnstau entsteht. Der damit einhergehende Druck in der Niere (Harnstauungsniere) kann die Nierenfunktion beeinträchtigen und das Organ schädigen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Nephrostomie kann z.B. erforderlich sein, wenn ein Tumor durch Einengung der ableitenden Harnwege den Harnfluss blockiert .
Querverweise: Katheter - Punktion - Harn

Nervengewebe
Gewebe des Nervensystems; es besteht aus Nervenzellen (Neuronen) und einem eigenen, speziellen Bindegewebe, den Gliazellen.
Querverweise: Gliazellen - Nervensystem - Nervenzellen
Hauptinformationsseite: Feingeweblicher (histologischer) Aufbau des Zentralnervensystems

Nervensystem
Gesamtheit des Nervengewebes. Die wichtigsten Funktionen des Nervensystems stehen im Dienste der Wahrnehmung, der Integration des Wahrgenommenen, des Denkens und Fühlens sowie der Auslösung angemessener Verhaltensweisen. Man kann das Nervensystem auf verschiedene Weise unterteilen: 1) in ein „zentrales Nervensystem (= Zentralnervensystem)“ und ein „peripheren Nervensystem“; 2) Eine weitere Unterteilung sowohl im zentralen als auch im peripheren Nervensystem ist diejenige in „somatisches Nervensystem“ und „vegetatives Nervensystem“.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das Nervengewebe kann Ausgangspunkt verschiedener Tumoren des Kindes- und Jugendalters sein (zum Beispiel Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS-Tumoren) und das Neuroblastom).
Querverweise: Nervengewebe - Neuroblastom - peripheres Nervensystem - somatisches Nervensystem - vegetatives Nervensystem - Zentralnervensystem - ZNS-Tumor

Nervenzellen syn. Neuron
Bestandteile des Nervensystems höherer Lebewesen, die hauptsächlich für die Nachrichten-Übertragung im Organismus zuständig sind (durch Weiterleitung, Verarbeitung und Empfang von Signalen) Mit ihren Fortsätzen und den Synapsen bilden die Nervenzellen ein Netzwerk, durch das wichtige Signale weitergegeben und unwichtige Signale unterdrückt werden.
Querverweise: Nervensystem - Synapse
Hauptinformationsseite: Feingeweblicher (histologischer) Aufbau des Zentralnervensystems

Nervus
lateinisches Wort mit der Bedeutung Nerv (Nervenzelle)
Querverweise: Nervenzellen

Neur-
das Nervensystem betreffend; z.B. Neurologie (Nervenheilkunde)

Neurinom syn. Schwannom
Gutartiger Tumor, der von Zellen der Schwann-Scheide ausgeht. Die Schwann-Scheide ist die von Gliazellen gebildete Hülle peripherer Nervenfasern.
Querverweise: Gliazellen

Neuroblastom
bösartiger solider Tumor des sympathischen Nervensystems; tritt gehäuft vor dem 5. Lebensjahr und vor allem bei Säuglingen und Neugeborenen auf und ist mit einem Anteil von etwa 8 % aller bösartigen Erkrankungen der zweithäufigste solide Tumor im Kindes- und Jugendalter (nach den Tumoren des Zentralnervensystems)
Querverweise: embryonal - sympathisches Nervensystem - solide - Tumor - Zelle - Zentralnervensystem

Neurochirurg syn. Facharzt für Neurochirurgie
Facharzt, der u.a. für die Erkennung und operative Behandlung von Erkrankungen, Fehlbildungen und Verletzungen des Nervensystems (Zentralnervensystem und peripheres Nervensystem) zuständig ist.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Neurochirurgische Eingriffe kommen insbesondere in der Diagnostik und Behandlung von Hirntumoren zum Einsatz.
Querverweise: Hirntumor - Nervensystem - Neurochirurgie - peripheres Nervensystem - Zentralnervensystem

Neurochirurgie
Teilgebiet der Chirurgie, das Teile der Diagnostik und die operative Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems umfasst
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Neurochirurgische Eingriffe kommen insbesondere in der Diagnostik und Behandlung von Hirntumoren zum Einsatz. Mit Hilfe stereotaktischer Verfahren ist es heute möglich, Punkte innerhalb des Gehirns hochpräzise zu erreichen, z.B. um Gewebeproben zu entnehmen (Biopsie), einen Tumor teilweise oder vollständig zu entfernen oder unter verbesserter Schonung des umliegenden gesunden Gewebes, zu bestrahlen.
Querverweise: Biopsie - Diagnostik - Hirntumor - autonomes Nervensystem - Zentralnervensystem - stereotaktisch - Stereotaxie

Neuroektoderm
Gewebeanteil des äußeren der drei embryonalen Keimblättern (Ektoderm), aus dem sich das Nervengewebe entwickelt
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Periphere neuroektodermale Tumoren (PNET) in der Gruppe der Ewing-Sarkome, primitive neuroektodermale Tumoren im Zentralnervensystem (PNET)
Querverweise: Ektoderm - Ewing-Sarkom - Hirntumor - Keimblatt - Zentralnervensystem

neuroektodermal
Neuroektoderm: Gewebeanteile des äußeren der drei embryonalen Keimblätter (Ektoderm), aus der sich das Nervengewebe entwickelt
Querverweise: Ektoderm - Ewing-Sarkom - Hirntumor - Keimblatt - Zentralnervensystem

Neurofibrom
gutartiger, von Nervenfasern und Nervenscheiden ausgehender Tumor
Querverweise: Neurofibromatose

Neurofibromatose (Abk.: NF)
erbliche Erkrankung, die zu Tumoren der Nervenscheiden, der Hirnhäute und der Glia (dem "Bindegewebe" des Nervensystems) führen. Klinisch und molekulargenetisch lassen sich zwei Formen der Neurofibromatose unterscheiden, die durch unterschiedliche genetische Defekte hervorgerufen werden: 1. Die periphere Neurofibromatose (NF1, auch Recklinghausen-Krankheit): Diese ist durch so genannte Cafe-au-lait-Flecken auf der Haut und eine Veranlagung für verschiedene Tumoren gekennzeichnet (u.a. Neurofibrome, Gliome des Sehnervs, Irishamartome sowie Astrozytome und Phäochromozytome). 2. Die zentrale Neurofibromatose (NF2): Sie ist durch meist (beidseitige) Neurinome des Hörnervs (Acusticus) charakterisiert, die zu Taubheit, Gesichtslähmungen und geistigen Störungen führen können. Die Neurofibromatose gehört zu den so genannten Phakomatosen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Im Zusammenhang mit bösartigen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ist vor allem die NF1 (Recklinghausen-Krankheit) von Bedeutung.
Querverweise: Cafe-au-lait-Fleck - Hamartom - Molekulargenetik - Neurofibrom - Astrozytom - Gliazellen - Gliom - Neurinom - Phakomatosen - Nervensystem - Hirnhäute

Neurologe
Facharzt, der sich mit der Erforschung, Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur befasst
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Kinderneurologen sind wichtige Mitglieder im Behandlungsteam von Kindern und Jugendlichen mit Tumoren/Krebserkrankungen bzw. Behandlungsfolgen, die das Nervensystem betreffen.
Querverweise: Diagnostik - Nervensystem - Neurologie - Tumor

Neurologie syn. Nervenheilkunde
medizinisches Fachgebiet zur Erforschung, Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Kinderneurologen sind wichtige Mitglieder im Behandlungsteam von Kindern und Jugendlichen mit Tumoren/Krebserkrankungen bzw. Behandlungsfolgen, die das Nervensystem betreffen
Querverweise: autonomes Nervensystem - Diagnostik - Hirntumor - Zentralnervensystem

neurologisch
die Funktion des Nervensystems / Nervengewebes betreffend
Querverweise: Neurologie - Zentralnervensystem - autonomes Nervensystem

Neuronspezifische Enolase (Abk.: NSE) syn. Neuronenspezifische Enolase
Enzym des Glucose-Stoffwechsels, das u.a. in den Nervenzellen des Gehirns und des peripheren Nervengewebes vorkommt. Erhöhte Werte von NSE im Blut können auf bestimmte Krebserkrankungen hinweisen (z.B. ein Neuroblastom).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: In der Kinderkrebsheilkunde kann die Neuronspezifische Enolase bei manchen Krebserkrankungen wie dem Neuroblastom zur Diagnosestellung und zur Verlaufskontrolle der Erkrankung herangezogen werden.
Querverweise: Nervenzellen - peripheres Nervensystem - Neuroblastom - Gehirn

Neuropathologe
Facharzt für Neuropathologie; befasst sich mit den Erkrankungen des Zentralnervensystems, der Hirnhäute (Meningen) und der peripheren Nerven sowie mit Muskelerkrankungen.
Querverweise: Neuropathologie - Zentralnervensystem

Neuropathologie
Gebiet der Pathologie, das sich mit den Erkrankungen des Zentralnervensystems, der Hirnhäute (Meningen) und der peripheren Nerven beschäftigt. Auch Muskelerkrankungen fallen in das Gebiet der Neuropathologie. In Deutschland gibt es einen eigenen Facharzt für dieses Gebiet (Neuropathologe).
Querverweise: Pathologie - Zentralnervensystem

Neuropsychologie
die Neuropsychologie beschäftigt sich mit den Funktionen des Gehirns, wie dem Denkvermögen (Intelligenz), der Aufmerksamkeit, dem Gedächtnis, dem Sprachvermögen und den motorischen Fertigkeiten.

Neurotransmitter
biochemische Substanzen, die Informationen zwischen Nervenzellen über die Kontaktstellen der Nervenzellen (Synapsen) weiterleiten. Die elektrischen Impulse, die in die Synapse einlaufen, veranlassen die Ausschüttung der chemischen Botenstoffe aus ihren Speicherorten, den synaptischen Vesikeln.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Zu den Neurotransmittern gehören u.a. das Acetylcholin und die Katecholamine (Dopamin, Noradrenalin).
Querverweise: Acetylcholin - Dopamin - Katecholamine - Synapse - Nervenzellen - Noradrenalin
Hauptinformationsseite: Feingeweblicher (histologischer) Aufbau des Zentralnervensystems

Neutropenie syn. Granulozytopenie
Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut, wodurch die Anfälligkeit für bakterielle Infektionen erhöht wird. Extremform der Neutropenie ist die Agranulozytose.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Häufige Folge der Immunsuppression durch Behandlung mit Zytostatika
Querverweise: Agranulozytose - Granulozyten - Immunsuppression - Infektion - Zytostatikum

niedriggradig maligne Gliome syn. niedrigmaligne Gliome
geringgradig bösartige Tumoren des Zentralnervensystems, mit 30 bis 40 % die größ­te Grup­pe der ZNS‎-Tu­mo­ren bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen. Niedrigmaligne Gliome kommen am häu­figs­ten im Klein­hirn‎ und in den zen­tra­len An­tei­len des Groß­hirn‎s vor. Zu den niedrigmalignen Gliomen zählen zum Beispiel As­tro­zy­to­me, Gang­liog­lio­me und Oli­go­den­drog­lio­me (WHO-Grad I-II).
Querverweise: Zentralnervensystem - ZNS-Tumor - Großhirn - Kleinhirn - Astrozytom
Hauptinformationsseite: Niedriggradig maligne Gliome

niedrigmaligne Gliome syn. niedriggradig maligne Gliome
geringgradig bösartige Tumoren des Zentralnervensystems, mit 30 bis 40 % die größ­te Grup­pe der ZNS‎-Tu­mo­ren bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen. Niedrigmaligne Gliome kommen am häu­figs­ten im Klein­hirn‎ und in den zen­tra­len An­tei­len des Groß­hirn‎s vor. Zu den niedrigmalignen Gliomen zählen zum Beispiel As­tro­zy­to­me, Gang­liog­lio­me und Oli­go­den­drog­lio­me (WHO-Grad I-II).
Querverweise: Astrozytom - Gliom - Großhirn - Kleinhirn - WHO-Klassifikation - Zentralnervensystem - ZNS-Tumor - hochmaligne Gliome
Hauptinformationsseite: Niedriggradig maligne Gliome

Niereninsuffizienz
Funktionseinschränkung bzw. Unterfunktion einer oder beider Nieren, bei der es zu erhöhten Konzentrationen von Stoffwechselprodukten wie Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure im Blut kommt
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann als Nebenwirkung und/oder Komplikation bei manchen Krebserkrankungen oder deren Behandlung (vor allem mittels Chemotherapie) auftreten. Um einer behandlungsbedingten Nierenschädigung vorzubeugen, erfolgen während einer Krebstherapie unterstützende Maßnahmen (Supportivtherapie) und regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Laboruntersuchungen von Blut- und Urinproben).
Querverweise: Harn - Harnstoff - Harnsäure - Kreatinin

Nierenversagen
Verschlechterung oder Verlust der Nierenfunktion. Je nach Dauer der Störung unterscheidet man das akute Nierenversagen, das auch als Schockniere bezeichnet wird, und das chronische Nierenversagen, das mit Niereninsuffizienz gleichzusetzen ist.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Mögliche Komplikation/Nebenwirkung einer chemotherapeutischen Behandlung. Die Gefahr eines akuten Nierenversagens besteht z. B. bei bösartigen Erkankungen mit hoher Tumorzellmasse (z. B. Lymphomen und akuten Leukämien), bei denen es mit Beginn einer Chemotherapie zu einem erhöhten Zerfall von Krebszellen (Tumorlysis-Syndrom) und damit einhergehend zu einer Überlastung der Stoffwechselwege und Schädigung der Nieren kommen kann.
Querverweise: Harn - Harnstoff - Harnsäure - Niereninsuffizienz - Tumorlyse-Syndrom

Non-Hodgkin-Lymphom (Abk.: NHL)
große Gruppe bösartiger Erkrankungen des lymphatischen Systems, die als ein Hauptmerkmal Lymphknotenschwellungen hervorrufen können. NHL zählen wie das Hodgkin-Lymphom zu den malignen Lymphomen. Sie machen etwa 7 % der bösartigen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter aus.
Querverweise: lymphatisches System - Lymphom - Lymphknoten - Hodgkin-Lymphom
Hauptinformationsseite: Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)

Noradrenalin syn. Norepinephrin
Körpereigener Botenstoff des Nervensystems (Neurotransmitter) und Hormon; wird von bestimmten Nervenzellen und im Nebennierenmark gebildet. Die wichtigste Funktion von Noradrenalin ist seine Rolle als Neurotransmitter in Zentralnervensystem und sympathischem Nervensystem. Als Hormon des Nebennierenmarks wirkt es stark gefäßverengend und blutdruckerhöhend. Noradrenalin gehört zur Stoffgruppe der Katecholamine.
Querverweise: Katecholamine - Hormon - sympathisches Nervensystem - Nebenniere - Neurotransmitter

Nuklearmedizin
Fachgebiet in der Medizin, das sich mit der diagnostischen und therapeutischen Anwendung von Radionukliden befasst
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Nuklearmedizinische Verfahren (z.B. Skelettszintigraphie, mIBG-Szintigraphie; Positronen-Emissions-Tomographie) sind wichtige Untersuchungsmethoden in der Diagnostik von Knochentumoren und Neuroblastomen
Querverweise: Diagnostik - Nuklid - Neuroblastom - Positronen-Emissions-Tomographie - Szintigraphie - MIBG-Szintigraphie - Nuklearmedizin

Nukleinsäure
"Nukleinsäuren" sind der Sammelbegriff für die Ribonukleinsäuren und Desoxyribonukleinsäuren (DNA, RNA), die Träger der Erbanlagen und Schlüsselsubstanzen der Eiweißbildung (Proteinbiosynthese)
Querverweise: Desoxyribonukleinsäure - Protein - Ribonukleinsäure

Nuklid
Atomart, deren Kern durch eine bestimmte Zahl an positiv (Protonen) und negativ geladenen Teilchen (Elektronen) charakterisiert ist. Je nach der Zusammensetzung des Kerns unterscheidet man stabile und instabile Nuklide. Instabile Nuklide sind radioaktiv (Radionuklide).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Radionuklide werden bei bestimmten Bestrahlungstechniken und in der nuklearmedizinischen Diagnostik (z.B. bei der Szintigraphie) eingesetzt.
Querverweise: Atom - Nuklearmedizin - Szintigraphie

Nykturie
vermehrtes nächtliches Wasserlassen als Folge einer erhöhten Harnproduktion bei z. B. Herzinsuffizienz oder fortgeschrittener Niereninsuffizienz
Querverweise: Niereninsuffizienz

Nystagmus
unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen; „Augenzittern“
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Form der Sehstörung, hervorgerufen z.B. durch einen Tumor des Kleinhirns, Zwischenhirns oder im Verlauf der Sehbahn
Querverweise: Hirntumor