Glossar

Glossar der Begriffe, die in kinderkrebsinfo und kinderblutkrankheiten verwendet werden.

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Pädiatrie
Kinderheilkunde

palliativ
krankheitsmildernd oder schmerzlindernd ohne zu heilen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Krebsbehandlung kann kurativ oder palliativ ausgerichtet sein.
Querverweise: kurativ - Palliativtherapie

Palliativtherapie
krebshemmende Therapie, die vorrangig auf die Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität ausgerichtet ist; die Palliativtherapie gewinnt dann an Bedeutung, wenn die Heilung eines Patienten nicht mehr möglich ist. Im Unterschied dazu hat eine kurative Therapie in erster Linie die Heilung des Patienten zum Ziel.

palpabel
tastbar, greifbar

Pankreas
Drüse im Oberbauch; produziert in manchen seiner Gewebsabschnitte (so genannte Langerhan Inseln) das Hormon Insulin, in anderen die Vorstufen zahlreicher Verdauungsenzyme
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bauchspeicheldrüse
Querverweise: Insulin

Pankreatitis
Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die viele Ursachen haben kann (Alkoholismus, Infektion, fettreiche parenterale Ernährung), mit starken Schmerzen im Oberbauch einhergeht und je nach Ursache unterschiedlich behandelt wird
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Pankreatitis kann Komplikation einer zu fettreichen parenteralen Ernährung sein.
Querverweise: Infektion - parenteral

Parasit
hochentwickeltes Lebewesen, das sich im Organismus eines anderen Lebewesens (Wirt) aufhält, um sich von diesem zu ernähren. Es gibt viele verschiedene Arten von Parasiten. Je nach Ausmaß des Parasitenbefalls kann der Wirtsorganismus unterschiedlich schwer geschädigt werden. Manche Parasiten können schwere Krankheiten, wie Malaria auslösen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Im Rahmen mancher Erkrankungen, die durch Parasiten ausgelöst wurden, wie zum Beispiel bei der Malaria, kann es zum Mangel an weißen Blutzellen (Neutropenie) kommen.
Querverweise: Virus - Malaria

parasympathisches Nervensystem syn. Parasympathicus
Teil des vegetativen (autonomen) Nervensystems. Der Parasympathicus dient hauptsächlich der Wiederherstellung der körperlichen Energien in Phasen der Ruhe und Erholung. Seine Erregung führt zu einer Verstärkung der Magen-Darm-Tätigkeit, zur Förderung der Blasen- und Mastdarmfunktion, zur Verlangsamung von Herzschlag und Atmung und zu einer Pupillenverengung. Gegenspieler des parasympathischen Nervensystems ist das sympathische Nervensystem (Sympathicus)
Querverweise: sympathisches Nervensystem - vegetatives Nervensystem
Hauptinformationsseite: Das vegetative Nervensystem

parenteral
unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Flüssigkeitszufuhr über eine Infusion; im Rahmen einer Krebsbehandlung ist bei bestimmten Komplikationen, z.B. einer schweren Schleimhautentzündung des Verdauungstraktes (Mukositis), u.U. eine parenterale Ernährung erforderlich. Der Patient erhält dabei über eine Vene eine Infusionslösung, die alle notwendigen Nährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, ggf. Mineralien, Vitamine und Spurenelemente) enthält.
Querverweise: Infusion - Mukositis - Vene

Parese
unvollständige Lähmung
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Tumoren des Zentralnervensystems (Hirntumoren) können, je nachdem, an welcher Stelle und in welchem Aufgabenzentrum des Gehirns sie sich befinden, zu Lähmungserscheinungen führen.
Querverweise: Hirntumor - Zentralnervensystem

parietal
seitlich, wandständig, zur Wand eines Organs gehörig

passive Impfung
es werden bereits fertige Antikörper (Immunglobuline) verabreicht, die den Körper für eine begrenzte Zeitdauer schützen. Sie sind sofort wirksam und können die Krankheitserreger in kurzer Zeit vernichten. Da die Antikörper jedoch nicht vom Körper selbst gebildet werden, verschwindet der Impfschutz wieder, wenn die Antikörper abgebaut worden sind.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: wird besonders bei zeitkritischen Infektionen mit Bakteriengiften, Viren oder tierischen Giften (zum Beispiel von Schlangen, Spinnen) eingesetzt, wenn für die Bildung eigener Antikörper keine Zeit bleibt.
Querverweise: Antikörper - Bakterien - Impfung - Infektion - Viren

pathogen
krankheitserzeugend

Pathogenese
Entstehung und Entwicklung von Krankheiten

Pathologe
Arzt oder Ärztin, der/die durch feingewebliche (histologische) und molekulargenetische Untersuchung von Zellen und Geweben Krankheiten identifiziert und die Bösartigkeit von Tumoren feststellt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Kinder- und Neuropathologen sind wichtige Mitglieder im Behandlungsteam von Kindern und Jugendlichen mit Tumor-/Krebserkrankungen. Sie legen nach Untersuchung von zuvor entnommenen Gewebeproben die Diagnose fest, nach der sich das Behandlungskonzept richtet.
Querverweise: Diagnostik - Histologie - Histopathologie - Molekulargenetik - Pathologie - Tumor - Zelle

Pathologie
Lehre von den abnormen und krankhaften Veränderungen im(menschlichen) Organismus, insbesondere von den Ursachen (Ätiologie) sowie der Entstehung und Entwicklung (Pathogenese) von Krankheiten und den durch sie verursachten organischen Veränderungen (pathologische Anatomie, Histopathologie) und funktionellen Auswirkungen (Pathophysiologie)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Kinder- und Neuropathologen sind wichtige Mitglieder im Behandlungsteam von Kindern und Jugendlichen mit Tumor-/Krebserkrankungen. Sie legen nach mikroskopischer und molekulargenetischer Untersuchung von zuvor entnommenen Gewebeproben die Diagnose fest, nach der sich das Behandlungskonzept richtet.
Querverweise: Histopathologie - Molekulargenetik - Pathogenese - Tumor

PEG-Sonde
PEG Abk. für perkutane endoskopische Gastrostomie; Ernährungssonde, die durch die Bauchdecke in den Magen gelegt und verankert wird, wodurch auf eine kontinuierliche parenterale Ernährung verzichtet werden kann
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die PEG ist eine Möglichkeit der enteralen Ernährung in Situationen, in denen langfristig eine orale Nahrungsaufnahme oder aber eine Sondenernährung nicht möglich ist (z.B. palliative Situation, Tumor im Rachenbereich)
Querverweise: parenteral - perkutan

per-
lateinischer Wortteil mit der Bedeutung ringsum, durch, hindurch, völlig

perfundieren
durchströmen
Querverweise: Perfusion - Perfusor

Perfusion
Durchströmung des Körper bzw. einzelner Organe mit Flüssigkeit, z.B. Blut
Querverweise: perfundieren - Perfusor

Perfusor syn. Spritzenpumpe
u.a. in der Intensivmedizin eingesetztes elektrisches Gerät, das die kontinuierliche Infusion definierter Mengen von Arzneimitteln oder Elektrolyten in einem bestimmten Zeitraum ermöglicht
Querverweise: Infusion - Perfusion - perfundieren

peripher
außen, am Rande, fern vom Zentrum

peripheres Nervensystem (Abk.: PNS)
kann als Empfangs- und Ausführungsorgan des Zentralnervensystems (ZNS) bezeichnet werden. Es besteht aus den zahlreichen Nerven, die den Körper durchziehen; sie tragen entweder Impulse von der Peripherie zum ZNS (sensible Nervenbahnen) oder vom ZNS in die Peripherie (motorische Nervenbahnen). Zum peripheren Nervensystem gehören zum Beispiel die Hirnnerven, Rückenmarksnerven und die peripheren Nervenzellen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Teilfunktionen des peripheren Nervensystems können durch bestimmte Tumoren (z.B. manche ZNS-Tumoren) beeinträchtigt sein.
Querverweise: Nervensystem - Nervenzellen - Zentralnervensystem - Rückenmark - ZNS-Tumor
Hauptinformationsseite: Aufbau und Funktion des Zentralnervensystems (ZNS)

perkutan
durch die Haut hindurch

perkutane Strahlentherapie
Bestrahlung von außen durch die Haut auf die zu bestrahlende Region
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Häufige Form der Bestrahlung bei Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter
Querverweise: perkutan - Strahlentherapie

Petechien
kleinste, punktförmige Haut- und/oder Schleimhautblutungen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Sie können Zeichen eines krankheits- oder behandlungsbedingten Blutplättchenmangels (Thrombozytopenie) sein; Petechien sind z.B. ein relativ häufiges Symptom bei Leukämien und Non-Hodgkin-Lymphomen bzw. weisen auf eine durch Zytostatikabehandlung hervorgerufene Thrombozytopenie hin.
Querverweise: Thrombozytopenie

Peyer-Plaques syn. Peyer-Drüsen, Folliculi lymphoidei aggregati
Haufen von Lymphknötchen im Darm (Ileum), die als Teil des Immunsystems eine wichtige Rolle bei der Infektionsabwehr im Darm spielen. Durch die Weiterverbreitung von immunologischen Informationen sind sie für das gesamte Immunsystem bedeutend.
Querverweise: Immunsystem - Immunabwehr - immunologisch - lymphatisches System - Lymphknoten

Pfeiffer-Drüsenfieber syn. Pfeiffersches Drüsenfieber, Mononucleosis infectiosa
Häufige, durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) hervorgerufene Erkrankung, die v.a. bei Kindern und jungen Erwachsenen vorkommt und das lymphatische Gewebe (z.B. Lymhknoten, Milz) befällt; das Pfeiffer-Drüsenfieber ist mit charakteristischen Blutbildveränderungen (verminderte Zahl roter und weißer Blutkörperchen oder Blutplättchen) verbunden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das Pfeiffer-Drüsenfieber kann ähnliche Symptome hervorrufen wie Leukämien und Lymphome (z.B. Lymphknotenschwellungen, Fieber) und muss daher durch eine Blutuntersuchung von diesen abgegrenzt werden. Eine Infektion mit dem EBV wird als möglicher Risikofaktor für die Entstehung bestimmter maligner Lymphome (z.B. Hodgkin-Lymphom, Burkitt-Lymphom) diskutiert.
Querverweise: Epstein-Barr-Virus - Hodgkin-Lymphom - Leukämie - Lymphom - Lymphknoten - Infektion

Phakomatosen
Sammelbegriff für angeborene Fehlbildungen des Zentralnervensystems und anderer Teile des Organismus, insbesondere der Haut (sog. neurokutane Syndrome). Zu den Phakomatosen gehören zum Beispiel die Neurofibromatose, die tuberöse Skleröse und das Hippel-Lindau-Syndrom.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Zu den Phakomatosen zählende Krankheitssyndrome sind mit einem erhöhten Risiko für Tumoren (insbesondere Hirntumoren) verbunden.
Querverweise: Hippel-Lindau-Syndrom - Neurofibromatose - Syndrom - tuberöse Sklerose - Tumor

Phänotyp
Merkmalbild, äußeres Erscheinungsbild eines Organismus (oder einzelnen Menschen), das durch Zusammenwirken von Erbanlagen (Genotyp) und äußeren Umwelteinflüssen geprägt wird
Querverweise: Genotyp

Phäochromozytom
Seltener, in ca. 10 % der Fälle bösartiger Tumor; überwiegend im Nebennierenmark, seltener im Bereich des Grenzstranges; tritt gehäuft im Zusammenhang mit familiären Krankheits-Syndromen wie z.B. multiplen endokrinen Neoplasien (MEN-Syndromen), Neurofibromatose und Hippel-Lindau-Syndrom auf.
Querverweise: Grenzstrang - Hippel-Lindau-Syndrom - MEN-Syndrom - Neurofibromatose

Phosphat
natürlicher Bestandteil der Grundsubstanz von Knochen

Phosphor (Abk.: P)
für den Menschen lebensnotwendiges chemisches Element; Phosphorverbindungen sind z.B. Bestandteil der DNA- und RNA-Moleküle, der Trägersubstanz der Erbinformationen aller Lebewesen, sowie der Zellmembranen. Des Weiteren spielen sie eine wichtige Rolle im Zellstoffwechsel (z.B. Energiestoffwechsel). Phosphate sind auch ein elementarer Bestandteil des ph-Puffersystems im Blut.
Querverweise: DNA - Elektrolyte - Ribonukleinsäure - Zelle

physiologisch
die Lebensvorgänge und physikalischen Funktionen des (menschlichen) Organismus betreffend

Physiotherapie
Krankengymnastik
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: im Rahmen der Nachsorge und Rehabilitation von Krebserkrankungen von Bedeutung
Querverweise: Rehabilitation

Pinealistumor
Tumoren, die im Bereich der Zirbeldrüse (Glandula pinealis) im Gehirn vorkommen. Zu den Pinealistumoren zählen das Pineozytom oder das Pineoblastom.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Ein Pineoblastom kann zum Beispiel gemeinsam mit einem Retinoblastom auftreten. Man spricht dann von einem trilateralen Retinoblastom.
Querverweise: Zirbeldrüse - Retinoblastom - Hirntumor

Pineoblastom syn. Pinealoblastom
sehr seltener, bösartiger Hirntumor im Bereich der Zirbeldrüse (Pinealisregion), der vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen vorkommt.

Platinsubstanzen
Platinsubstanzen bilden mit der Erbsubstanz DNA Metallkomplexe und stören dadurch deren Struktur und Funktionsfähigkeit. Der Zellstoffwechsel kommt zum Erliegen und eine Zellteilung ist ebenfalls nicht mehr möglich. Da Platinsubstanzen auch die Reparaturmechanismen der Zelle hemmen, kann der Schaden nicht mehr behoben werden; die Zelle stirbt ab. Zu den Platinsubstanzen gehören die Wirstoffe Carboplatin, Cisplatin, Oxaliplatin.
Querverweise: Chemotherapie

Plazebo
unwirksames Scheinmedikament, das v.a. im Rahmen der klinischen Erprobung neuer Medikamente eingesetzt wird

Pleuradrainage syn. Bülau-Drainage
Pleura = (griechisch) Brustfell; Methode zum fortlaufenden Entfernen von Luft und/oder pathologischen Flüssigkeitsansammlungen aus der Pleurahöhle
Querverweise: Drainage

Pneumokokken
Bakterien, die schwere Infektionen verursachen. Sie können besonders gefährlich werden bei Säuglingen, Kleinkindern und Menschen mit chronischen Erkrankungen und geschwächtem Immunsystem. Pneumokokken verursachen u.a. Lungen-, Hirnhaut-, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen.
Querverweise: Bakterien - Immunsystem - Infektion

Pneumonie
Lungenentzündung

Poliklinik
Krankenhausabteilung zur ambulanten Behandlung von Patienten
Querverweise: ambulant

poly-
Wortteil mit der Bedeutung viel

Polychemotherapie
Behandlung mit mehreren Zytostatika, z.T. mit unterschiedlichem Wirkmechanismus
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Behandlungskonzept in der Krebsheilkunde, u.a. zur wirksameren Behandlung einer Krebserkrankung sowie zur Vorbeugung von Resistenzen
Querverweise: Resistenz - Zytostatikum

Polymerase-Kettenreaktion (Abk.: PCR (polymerase chain reaction))
Hoch sensibles, molekulargenetisches Verfahren zum Nachweis von Erbsubstanz (DNA): Mit der Methode werden kleinste Mengen an Erbinformation aufgespürt, im Reagenzglas vervielfacht und auf diese Weise mess- und analysierbar gemacht; Anwendung z.B. zum Nachweis von Krankheitserregern oder Gendefekten. Die Abkürzung PCR kommt von (englisch): polymerase chain reaction;
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Bestimmung der minimalen Resterkrankung (minimal residual disease; MRD) im Rahmen der Leukämiediagnostik beruht z.B. auf dem Verfahren der PCR.
Querverweise: Diagnostik - Gendefekte (vererbbare) - Leukämie - minimale Resterkrankung - Molekulargenetik - DNA

Polyneuropathie
umfasst verschiedene Erkrankungen des peripheren Nervensystems, die mehrere Nerven betreffen. Da unterschiedliche Nervenfasertypen, Nervenstrukturen und Körperregionen betroffen sein können, sind die Krankheitszeichen vielfältig. Häufige Ursachen für eine Polyneuropathie sind u.a. eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Alkoholmissbrauch, Medikamente, Giftstoffe, Infektionskrankheiten und erbliche Faktoren. Zum Teil lässt sich keine Ursache feststellen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Polyneuropathie kann z.B. durch bestimmte Zytostatika ausgelöst werden, die im Rahmen einer Krebstherapie eingesetzt werden.

Polyomaviren
DNA-Viren, die beim Menschen und verschiedenen Wirbeltieren zu dauerhaften Infektionen führen. Manche Viren der Polyomavirus-Familie gelten als mögliche Auslöser verschiedener Tumorerkrankungen.
Querverweise: Infektion - Viren - Tumor

Polyposis
Fachbegriff für das Auftreten zahlreicher Polypen (Geschwulste der Schleimhaut) in einem Hohlorgan, wie z. Bsp. dem Darm

Port-Katheter
unter die Haut eingepflanzter zentraler Venenkatheter (Infusionsschlauch); ein Ende des Katheters liegt in einem großen, herznahen Blutgefäß, das andere Ende endet unter der Haut in einem Metall- oder Kunststoffreservoir (so genannter Port); der Port kann, wenn eine Infusion erfolgen soll, durch die Haut punktiert werden.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die meisten Kinder/Jugendlichen erhalten im Rahmen einer Krebsbehandlung (Chemotherapie) einen zentralen Venenkatheter, z.B. einen Port-Katheter.
Querverweise: Chemotherapie - Infusion - Vene - zentraler Venenkatheter
Hauptinformationsseite: Katheterimplantation

Positronen-Emissions-Tomographie (Abk.: PET)
Bildgebendes, nuklearmedizinisches Verfahren auf dem Prinzip der Szintigraphie, das in der Krebsheilkunde zur Darstellung von Tumoren oder Metastasen genutzt werden kann. Zum Nachweis von Tumorgewebe wird eine radioaktiv markierte Zuckerverbindung verabreicht. Da Tumoren einen höheren Stoffwechsel haben als gesundes Gewebe, wird der radioaktive Stoff von den Tu­mor­zel­len ver­mehrt auf­ge­nom­men und ge­spei­chert. Die mit dieser Substanz angereicherten Tu­mor­zel­len senden Signale aus, die von einer speziellen Kamera (PET-Scanner) erfasst und in ein Bild (Tomogramm) umgewandelt werden.
Querverweise: Diagnostik - Nuklearmedizin - Metastase - Tumor - radioaktiv - bildgebende Verfahren - Szintigraphie
Hauptinformationsseite: Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

postoperativ
nach der Operation

Posttraumatische Belastungsstörung (Abk.: PTBS) syn. Posttraumatisches Stress-Syndrom, engl. Posttraumatic Stress Disorder (PTDS)
Psychische Erkrankung, die verzögert auf ein oder mehrere extrem belastende Ereignisse oder eine Situation von außergewöhnlicher Bedrohung (Trauma) auftritt. Die Bedrohung muss nicht unbedingt die eigene Person betreffen. Eine PTBS geht mit unterschiedlichen psychischen und psychosomatischen Symptomen einher.
Querverweise: Symptom - Psychosomatik
Hauptinformationsseite: Langzeitnachsorge bei Krebs im Kindes- und Jugendalter

Posttraumatisches Wachstum
Begriff, der in der Psychologie für positive Folgen einer traumatischen Situation verwendet wird. Dazu gehören z.B. eine intensivere Wertschätzung des Lebens, eine Intensivierung der persönlichen Beziehungen oder das Bewusstwerden der eigenen Stärken.
Querverweise: Psychologie
Hauptinformationsseite: Langzeitnachsorge bei Krebs im Kindes- und Jugendalter

Präkanzerose
Gewebeveränderung, die zu bösartiger Entartung neigt und eine unmittelbare Krebsvorstufe darstellt

präoperativ
vor der Operation
Querverweise: Operation

Primärharn
bei der Durchblutung der Nieren von den Nierenkörperchen gebildetes, weitgehend eiweißfreies Filtrat. Der Primärharn entspricht in seiner Zusammensetzung dem Blutplasma. Er enthält neben Wasser kleine Moleküle (zum Beispiel Elektrolyte, Aminosäuren, Glukose, Lactat, Citrat). Auf dem Weg durch die Nierenkanälchen wird aus dem Primärharn durch Resorptions- und Sekretionsvorgänge der Sekundärharn gebildet. Bei einem Erwachsenen werden täglich etwa 180 Liter Primärharn produziert. Nur etwa ein Prozent des Primärharns (1,8 Liter) gelangt als so genannter Sekundärharn in die Harnblase und wird als Urin ausgeschieden.
Querverweise: Blutplasma - Elektrolyte - Aminosäure - Glukose - Harn - Urin

Primärtumor
der zuerst entstandene Tumor, von dem Metastasen ausgehen können
Querverweise: Metastase - Tumor

primitiv
einfach, unentwickelt, undifferenziert
Querverweise: Differenzierung

Prognose
Vorhersage, Voraussicht auf den Krankheitsverlauf, Heilungsaussicht

Prognosefaktor
Faktor, der eine Einschätzung des weiteren Krankheitsverlaufs erlaubt

Prognosefaktoren syn. Prognosekriterien
Faktoren, die eine ungefähre Einschätzung des weiteren Krankheitsverlaufs (d.h. der Prognose) erlauben; Prognosefaktoren in der Krebsheilkunde sind z.B. die Größe, Lage und/oder Ausbreitung eines Tumors, seine Bösartigkeit oder auch das Alter und der Gesundheitszustand des Patienten. Welche Faktoren für den Krankheitsverlauf eine besonders gewichtige Rolle spielen, hängt von der Art der Krebserkrankung ab.
Querverweise: Prognose

Progression
Das Fortschreiten einer Krebserkrankung wird als Progression bezeichnet. Darunter versteht man die Größenzunahme eines Tumors oder die Fähigkeit der Krebszellen, sich immer öfter zu teilen. Die Krebszellen wachsen in das umgebende Gewebe ein und streuen vermehrt in andere Organe. In der Regel kommt es bei jeder unbehandelten Krebserkrankung zur Progression. Aber auch bei Krebserkrankungen, die auf eine Anti-Krebstherapie nicht ansprechen, spricht man von Progression.

Proliferation
Vermehrung von Gewebe durch Wucherung oder Sprossung, meist im Rahmen einer Entzündung, Wundheilung
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Aktive Krebszellen haben eine hohe Proliferationsrate. An operativ entnommenem Tumorgewebe kann diese mittels so genannter Proliferationsmarker bestimmt und die Erkrankung auf diese Weise näher charakterisiert werden.
Querverweise: Tumor

Prophylaxe
Vorbeugung, Verhütung von Krankheiten
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Während einer Krebsbehandlung werden verschiedene vorbeugende (prophylaktische) Maßnahmen getroffen, um möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen der Behandlung vorzubeugen (z.B. Gabe von bestimmten Medikamenten zur Infektionsprophylaxe, regelmäßige Spülungen des zentralen Venenkatheters zur Thromboseprophylaxe)
Querverweise: Infektion - Thrombose - zentraler Venenkatheter

Prostata
Vorsteherdrüse; kastaniengroßes Organ, das direkt unterhalb der Blase beim Mann die Harnröhre umschließt; sondert ein Sekret ab, das der Samenflüssigkeit beigemischt wird und die Beweglichkeit der Spermien fördert. Die Entwicklung dieser Geschlechtsdrüse wird durch männliche Geschlechtshormone wie Testosteron gesteuert.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Entwicklung oder Funktion der männlichen Geschlechtsorgane kann durch eine Krebsbehandlung gestört oder beeinträchtigt sein.
Querverweise: Testosteron

Protein
Eiweißkörper; Hauptnährstoff (neben den Kohlehydraten und Fetten), bestehend aus mehreren miteinander verbundenen Aminosäuren , deren Struktur nach einem festen Muster vererbt wird. Proteine haben viele verschiedene Funktionen im Zellkern, in der Zellwand und in den Körperflüssigkeiten, z.B. als Hämoglobin beim Sauerstofftransport, als Immunglobuline bei der Infektabwehr. Die Bestimmung einzelner Eiweiße sowie der Gesamteiweißkonzentration im Organismus erfolgt im Labor anhand einer Blutprobe.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Regelmäßige Bestimmungen der Gesamteiweißkonzentration im Blut sind bei einer Krebsbehandlung notwendig, da diese in vielerlei Hinsicht Störungen des Proteinstoffwechsels und in der Folge zum Beispiel die Bildung von Ödemen auslösen kann. Eine Krebserkrankung kann außerdem durch eigenen Proteinverbrauch zu einem Mangel an Gesamteiweiß führen. In manchen Fällen muss dann eine parenterale Eiweißzufuhr erfolgen.
Querverweise: Aminosäure - Hämoglobin - Immunglobuline - Molekül - Ödem - parenteral - Zellkern

Proteinurie
übermäßige Ausscheidung von Eiweißen (Proteinen) über den Urin. Als normal gilt eine Proteinausscheidung von weniger als 150 Milligramm pro Tag. Eine krankhafte Proteinurie kann durch eine Störung der Nierenfunktion verursacht sein (renale Proteinurie) oder auch Ursachen außerhalb der Nieren haben. Bei der nierenbedingten Proteinurie werden glomeruläre und tubuläre Proteinurien unterschieden, je nachdem, ob der Verlust der Eiweiße im Bereich der Nierenkörperchen (Glomeruli) oder der Nierenkanälchen (Tubuli) stattfindet.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Chemotherapie mit bestimmten Medikamenten (zum Beispiel Cisplatin, Ifosfamid) oder eine Strahlentherapie im Bereich der Nieren kann eine Nierenschädigung mit nachfolgender Proteinurie zur Folge haben.
Querverweise: Urin - Chemotherapie - Strahlentherapie - Protein

Protozoen
einzellige, zum Teil parasitäre Lebewesen, von denen einige beim Menschen Erkrankungen (zum Beispiel Amöbenruhr, Toxoplasmose, Malaria) auslösen können.

Psychologe
Person, die das Studium der Psychologie an einer Universität erfolgreich absolviert und als Diplom-Psychologe (Dipl.-Psych.) bzw. Master of Science (M.Sc. Psychologie) abgeschlossen hat

Psychologie
Wissenschaft vom Verhalten und Erleben des Menschen bezüglich seiner selbst sowie auf Personen, Ereignisse und Objekte der Umwelt
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die psychosoziale Betreuung und Unterstützung der Patienten und ihrer Angehörigen ist Teil der Krebsbehandlung

Psychosomatik
Wissenschaft von der Wechselwirkung von Körper und Seele; Fachgebiet in der Medizin, das sich mit den seelischen (psychischen) Einflüssen auf körperliche (somatische) Vorgänge, deren Diagnostik, Entstehung und Behandlung befasst
Querverweise: Psychologie

Psychotherapeut
in Deutschland die Berufsbezeichnung für Ärzte, Psychologen oder Pädagogen mit zusätzlicher Ausbildung, die eine Zulassung zur Heilkunde besitzen (Approbation) und Psychotherapie ausüben.

Pubertät
Geschlechtsreife

pulmo-
Wortteil mit der Bedeutung: die Lunge betreffend, von der Lunge ausgehend

Punktion
Entnahme von Flüssigkeiten und Gewebsstückchen aus dem Körper mit Spezialinstrumenten (z.B. Hohlnadeln) für diagnostische oder therapeutische Zwecke
Querverweise: Biopsie - Diagnostik - Knochenmarkpunktion - Lumbalpunktion - Ventrikelpunktion

Purinbasen
Bausteine der Nukleinsäuren (DNA und RNA); die häufigsten Purinbasen sind Adenin und Guanin
Querverweise: Desoxyribonukleinsäure - DNA - Nukleinsäure - Ribonukleinsäure - Base

Purpura syn. Hautblutung
kleine Blutungen in der Haut, Unterhaut oder den Schleimhäuten Die einzelnen Blutungen können punktförmig (Petechien), seltener auch streifenförmig, kleinflächig oder flächenhaft sein. Die Ursache für eine Purpura ist eine Blutungsneigung, zum Beispiel verursacht durch: Erkrankungen der Blutgefäße (Vaskulitiden) Schädigung der Blutplättchen (Thrombozytopathie) toxisch-allergische Gerinnungsstörungen (zum Beispiel durch Arzneimittel oder Infektion) Blutstauung (Stase) Strahlenkrankheit Purpura kommt meist an den Beinen vor. Die Flecken sind zunächst rot, später verfärben sie sich durch den Abbau des roten Blutfarbstoffs über braun und grün zu gelb. Die Flecken verschwinden nicht bei Druck auf die entsprechende Stelle.
Querverweise: Petechien

Pyrimidinbasen
Bausteine der Nukleinsäuren (DNA und RNA); die häufigsten Pyrimidinbasen sind Thymin und Cytosin
Querverweise: Desoxyribonukleinsäure - DNA - Nukleinsäure - Ribonukleinsäure - Base