Glossar

Glossar der Begriffe, die in kinderkrebsinfo und kinderblutkrankheiten verwendet werden.

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T-Lymphozyten syn. T-Zellen
Unterform der Lymphozyten (eine Form der weißen Blutzellen); sie entwickeln sich in der Thymusdrüse und sind für die so genannte zelluläre Immunantwort verantwortlich; T-Lymphozyten spielen eine wichtige Rolle bei der direkten Abwehr von Virus- und Pilzinfektionen und steuern die Aktivitäten anderer Abwehrzellen (z.B. der Granulozyten).
Querverweise: B-Lymphozyten - Lymphozyten - Immunabwehr - Immunität - Virus - Granulozyten
Hauptinformationsseite: Die Bestandteile des Blutes

T-Zellen syn. T-Lymphozyten
Unterform der Lymphozyten; Abwehrzellen, die für die zelluläre Immunabwehr verantwortlich sind; spielen eine wichtige Rolle insbesondere bei der Abwehr von Virus- und Pilzinfektionen
Querverweise: T-Lymphozyten

Technetium
chemisches Element, das als Gammastrahler bei nuklearmedizinischen Untersuchungen und in der Strahlentherapie eingesetzt wird
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Einsatz z. B. in der Skelettszintigraphie, die in der Diagnostik von Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen hauptsächlich dem Nachweis oder Ausschluss von Knochenmetastasen dient
Querverweise: Diagnostik - Szintigraphie

Teilnarkose syn. Regional- oder Lokalanästhesie
Narkoseverfahren, bei dem eine Schmerzausschaltung bestimmter Körperregionen erreicht wird, ohne dass das Bewusstsein des Patienten beeinträchtigt wird. Dies erfolgt durch den gezielten Einsatz von Medikamenten (Anästhetika, Lokalanästhetika), die zeitweilige die Funktion von Nerven hemmen und dadurch zu Empfindungslosigkeit und Schmerzfreiheit führen. Auch die aktive Beweglichkeit von Körperteilen kann gezielt gehemmt sein.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Verschiedene diagnostische Untersuchungen oder auch kleinere Operationen, zum Beispiel zur Gewebeentnahme, werden unter Teilnarkose durchgeführt.
Querverweise: Anästhesie - Diagnostik

Teleangiektasien
mit dem Auge sichtbare Erweiterungen oberflächlich gelegener kleinster Blutgefäße (z.B. Kapillaren) von Haut und Schleimhaut
Querverweise: Kapillare

Teratogenität
Fähigkeit eines Agens (= wirkende Substanz), eine strukturelle oder funktionelle Fehlbildung einzelner bzw. mehrerer Organe oder Körperabschnitte, z. B. während der Embryonalentwicklung, auszulösen. Fehlbildungsauslösende (teratogene) Agenzien können z. B. bestimmte chemische Substanzen (manche Medikamente, Alkohol), radioaktive Strahlen, bestimmte Viren (z. B. Röteln-Viren), Sauerstoffmangel oder erbliche Faktoren sein.
Querverweise: Embryo - Radioaktivität - Viren

Testosteron
männliches Geschlechtshormon, das v.a. in den Hoden und der Nebennierenrinde gebildet wird und die Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane, -merkmale und -funktionen, die Samenbildung und auch die Prostataentwicklung reguliert. Die Bildung von Testosteron und anderen männlichen Geschlechtshormonen wiederum wird durch das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildete luteinisierende Hormon (LH) gesteuert.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Infolge einer Chemotherapie oder einer Strahlentherapie (z. B. im Bereich des Beckens oder des Gehirns) kann die Bildung von Testosteron (und anderen männlichen Geschlechtshormonen) vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigt werden. Daraus können Wachstums- und Entwicklungsstörungen resultieren (z. B. verzögerte oder ausbleibende Pubertät, Unfruchtbarkeit).
Querverweise: Chemotherapie - Hoden - luteinisierendes Hormon - Hypophyse - Nebennierenrinde - Prostata - Strahlentherapie

Thalamus
Teil des Zwischenhirns. Hier enden die Bahnen für verschiedene Gefühlsempfindungen. Der Thalamus ist durch auf- und absteigende Nervenfaserbahnen mit anderen Hirnabschnitten (Kleinhirn, Hirnstamm, Großhirnrinde) verbunden.
Hauptinformationsseite: Aufbau und Funktion des Zentralnervensystems (ZNS)

Therapie
Heilbehandlung

Therapieoptimierungsstudie
kontrollierte klinische Studie, die der optimalen Behandlung der Patienten und gleichzeitig der Verbesserung und Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten dient. Die Therapieoptimierung ist dabei nicht nur auf eine Verbesserung der Heilungsaussichten, sondern auch auf eine Begrenzung behandlungsbedingter Nebenwirkungen und Spätfolgen ausgerichtet.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Fast alle Kinder und Jugendlichen werden in Deutschland im Rahmen von Therapieoptimierungsstudien behandelt.

therapierefraktär
eine Erkrankung ist therapierefraktär, wenn sie auf die Therapie nicht anspricht

Thorax
Brustkorb; Brustraum

Thrombopoese syn. Thrombozytopoese
Prozess der Bildung der Blutplättchen (Thrombozyten) im Knochenmark. Die Thrombopoese ist Teil der Blutbildung (Hämatopoese).
Querverweise: Thrombozyten - Knochenmark - Hämatopoese

Thrombopoetin (Abk.: THPO) syn. Thrombopoietin
Hormon, das u.a. die Bildung und Differenzierung der Blutplättchen-bildenden Zellen (Megakaryozyten) stimuliert und somit (im Rahmen der Thrombopoese) für die Produktion von Blutplättchen (Thrombozyten) verantwortlich ist. Thrombopoetin wird in der Leber, der Niere und im Knochenmark gebildet. Es kann (z.B. bei einem Blutplättchen-Mangel) als Medikament eingesetzt werden, um die Bildung von Thrombozyten anzuregen.
Querverweise: Differenzierung - Hormon - Thrombozyten - Thrombopoese

Thrombose
Vollständiger oder teilweiser Verschluss von Blutgefäßen (Arterien, Venen) sowie der Herzhöhlen durch Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus, Blutpropf); führt zur Behinderung des Blutflusses im Gefäß. Teile des Blutgerinnsels können sich lösen und über die Blutbahn weitertransportiert werden. Bleibt der Thrombus in Gefäßengen stecken, kann eine u.U. lebensbedrohliche Embolie die Folge sein.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei manchen Krebspatienten besteht krankheitsbedingt ein erhöhtes Thromboserisiko (z.B. bei Leukämiepatienten mit besonders hohen Leukozytenzahlen = Hyperleukozytose); darüber hinaus sind operative Eingriffe, u.a. auch das Einsetzen eines zentralen Venenkatheters, oder die Gabe mancher Zytostatika mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden. Zur Vorbeugung einer Thrombose werden entsprechende Maßnahmen ergriffen.
Querverweise: Blutgerinnung - Leukozyten - Leukozytose - Thrombus - zentraler Venenkatheter - Zytostatika

Thrombozyten syn. Blutplättchen
Blutzellen, die für die Blutstillung verantwortlich sind; sie sorgen dafür, dass bei einer Verletzung die Wände der Blutgefäße innerhalb kürzester Zeit abgedichtet werden und somit die Blutung zum Stillstand kommt.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei manchen bösartigen Erkrankungen, v.a. Leukämien und Non-Hodgkin-Lymphomen, kann die Zahl der Thrombozyten gegenüber gesunden Menschen vermindert sein (Thrombozytopenie); auch die Behandlung einer Krebserkrankung (v.a. Chemotherapie) kann durch Beeinträchtigung des Blut bildenden Systems im Knochenmark zu einer verringerten Thrombozytenzahl führen. Die Zahl der Thrombozyten und anderer Blutzellen wird im Blutbild überprüft.
Querverweise: Blutgerinnung - Blutbild - Chemotherapie - Leukämie - Non-Hodgkin-Lymphom - Thrombozytopenie

Thrombozytopenie syn. Thrombopenie
Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut auf Werte unterhalb der altersentsprechenden Norm (unter 150.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut)
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Thrombozytopenie kann Zeichen einer Krebserkrankung, z.B. einer akuten Leukämie, sein. Sie kann aber auch medikamentös bedingt sein (z.B. infolge einer Knochenmarkschädigung durch Chemo- oder Strahlentherapie im Rahmen einer Krebsbehandlung). Eine Thrombozytopenie ist mit einer beeinträchtigten Blutstillung verbunden, die wiederum zu erhöhter Blutungsneigung (z. B. Nasen oder Zahnfleischbluten, Hautblutungen (Petechien), Blutergüssen) und/oder verlängerter Blutungszeit (z.B. nach einer Verletzung) führen kann. U.U. ist eine Transfusion von Blutplättchen (Thrombozytenkonzentrat) erforderlich.
Querverweise: Bluttransfusion - Chemotherapie - Knochenmark - Leukämie - Non-Hodgkin-Lymphom - Strahlentherapie - Thrombozyten

Thrombus
Blutgerinnsel, das durch Blutgerinnung in Gefäßen und an der Herzwand entsteht
Querverweise: Thrombose

Thymusdrüse syn. Thymus
zum lymphatischen System gehörendes Organ unterhalb der Schilddrüse; Teil des körpereigenen Abwehrsystems und v.a. während der Kindheit wesentlich am Aufbau des Immunsystems beteiligt; ab der Pubertät verliert es an Größe und Bedeutung.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Die Thymusdrüse kann bei Krebserkrankungen des Blut bildenden oder lymphatischen Systems (Leukämien und Lymphome) durch den Befall mit bösartigen Zellen vergrößert sein.
Querverweise: Immunsystem - lymphatisches System - Leukämie - Lymphom

Thyreoidea-stimulierendes Hormon (Abk.: TSH) syn. Thyreotropin, Thyrotropin
Hormon, das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird und die Funktion der Schilddrüse stimuliert (regt die Produktion des Schilddrüsenhormons Thyroxin an). Die Freisetzung von TSH wird wiederum durch das Hormon TRH (Abk. für englisch thyrotropin releasing hormone), das im Hypothalamus (einem Teil des Gehirns) gebildet wird, und durch das Schilddrüsenhormon Thyroxin gesteuert.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Durch eine Bestrahlung des Gehirns (z.B. bei Hirntumoren, Leukämien oder Lymphomen) kann es zu Problemen bei der Bildung von TSH und TRH und infolgedessen zu Störungen der Schilddrüsenfunktion (z.B. Über- oder unterfunktion der Schilddrüse) kommen.
Querverweise: Hirntumor - Hormon - Hypophyse - Leukämie - Lymphom - Thyroxin

Thyroxin (Abk.: T4) syn. Tetraiodthyronin
Hormon der Schilddrüse; dient als Vorläuferhormon (Vorstufe) für T3 (Trijodthyronin). Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 erhöhen, wenn sie ins Blut freigesetzt werden, u.a. den Energieumsatz des menschlichen Körpers und passen ihn somit an Kälte und Aktivität an.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Eine Strahlentherapie im Hals- und Brustbereich kann zu Schilddrüsenfunktionsstörungen (z.B. einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse) führen.
Querverweise: Hormon - Hypophyse - Strahlentherapie - Thyreoidea-stimulierendes Hormon

TNM-Klassifikation
international gültige Tumorklassifikation; Stadieneinteilung (englisch staging) von bösartigen Tumoren nach ihrer Ausbreitung; T (= Tumor) beschreibt die Ausdehnung des Primärtumors, N (= Nodus, "Knoten") das Fehlen oder Vorhandensein von regionalen Lymphknotenmetastasen, M (= Metastase) das Fehlen oder Vorhandensein von Fernmetastasen. Durch Hinzufügen von Zahlen wird der Grad der Ausbreitung angegeben.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: In der Kinderkrebsheilkunde haben sich speziell für einzelne Tumorarten erstellte Stadieneinteilungen bewährt, so dass die TNM-Klassifikation in den Hintergrund tritt.
Querverweise: Metastase - Staging - Tumor - Tumorklassifikation

Topoisomerasehemmer
Topoisomerasehemmer sind Substanzen, die zur Krebsbehandlung eingesetzt werden. Diese Zytostatika hemmen verschiedene Eiweiße (Enyzme), die an der Reparatur von Brüchen im Erbmaterial beteiligt sind. Damit blockieren sie körpereigene Reparaturmechanismen, auf die sich schnell teilenden Tumorzellen angewiesen sind Zur Gruppe der Topoisomerasehemmern gehören zum Beispiel die Wirkstoffe Etoposid, Etoposiphosphat und Topotecan.

Totimpfung
Impfung mit abgetöteten, nicht mehr vermehrungsfähigen Krankheitserregern oder deren Bestandteile zwecks Vorbeugung einer entsprechenden Infektionskrankheit. Die Totimpfung ist wie die Lebendimpfung eine aktive Impfung. Sie bewirkt einen hohen Infektionsschutz, ihre Wirkdauer ist jedoch nicht so lange wie die der Lebendimpfung, so dass häufiger nachgeimpft werden muss.
Querverweise: aktive Impfung - Impfung - Infektion - Lebendimpfung

toxisch
giftig

Toxizität
giftige Eigenschaft und Wirkung von Substanzen, die je nach Dosis gesundheitsschädigend sein kann

Toxoplasmose
Infektionskrankheit, die in erster Linie Katzen befällt und von einem einzelligen Parasiten (Toxoplasma gondii) ausgelöst wird. Verläuft bei Menschen mit gesundem Immunsystem meist beschwerdefrei und symptomlos. Selten treten Beschwerden wie leichtes Fieber, Lymphknotenschwellungen im Halsbereich, Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Gefährlicher ist eine Infektion bei geschwächtem Immunsystem (z. B. AIDS-Patienten oder Patienten nach Transplantation). Es kann zu Entzündungsherden in allen Organen, am häufigsten im Gehirn kommen, die wiederum zu Wesensveränderungen, Lähmungserscheinungen und Krampfanfällen führen können. Auch Lungenentzündung und Hirnhautentzündung können auftreten. Eine Infektion während der Schwangerschaft kann zu schwerer Schädigung des ungeborenen Kindes führen. Die Ansteckung erfolgt vor allem über infizierte Katzen sowie über rohes Schweine und Schaffleisch.
Querverweise: Infektion - Immunsystem - Parasit - Krampfanfälle - Symptom

Transaminase syn. Aminotransferase
Enzyme, die Aminogruppen (NH2) übertragen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: der Nachweis organspezifischer Enzymaktivitäten oder –muster (hier: der Transaminasen), z.B. in Serum oder Verdauungssekreten, kann auf Organ- oder Gewebeschädigungen infolge einer Krebserkrankung hinweisen
Querverweise: Enzym

Transferrin (Abk.: Tf) syn. Transporteisen
Eiweiß zum Eisentransport im Blut. Transferrin ist ein häufiges Eiweiß im Blutplasma. Das an Transferrin gebundene Eisen macht beim Menschen etwa 0.1% des gesamten Körpereisens aus.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Ist das Transferrin im Blut zu wenig mit Eisen beladen (erniedrigte Transferrinsättigung), liegt die Ursache meist in einem Eisenmangel oder in einer Eisenverwertungsstörung. Wenn die Transferrinsättigung erhöht ist, kann eine Eisenüberladung (Hämochromatose) vorliegen.

transfundieren
eine Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen (Transfusion) vornehmen

Transfusion
Übertragung von Vollblut oder Blutbestandteilen (z.B. Erythrozytenkonzentrat, Thrombozytenkonzentrat) von einem Spender auf einen Empfänger.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bluttransfusionen sind bei vielen Patienten mit schwerer Blutarmut infolge einer angeborenen Blutkrankheit oder im Rahmen einer Krebsbehandlung notwendig. Vor einer Transfusion wird immer die Blutgruppengleichheit zwischen Empfänger und Spender sicher gestellt (Ausnahme bei Universalspenderblut der Blutgruppe 0).
Querverweise: Anämie - Blutkonserve - Knochenmarkdepression - Thrombozytopenie

Transitorische ischämische Attacke syn. TIA
Durchblutungsstörung des Gehirns mit Schlaganfall-ähnlichen Ausfallerscheinungen (z.B. Seh-, Hör-, Sprechstörungen, halbseitige Lähmungen von Arm / Bein), die sich innerhalb von 24 Stunden zurückbilden. Gilt als Vorbote des echten Schlaganfalls.

Transkriptionsfaktor
Körpereigenes Eiweiß, das die Übertragung der in der DNA gespeicherten genetischen Information in RNA (Transkription) beeinflusst
Querverweise: Desoxyribonukleinsäure - DNA - genetisch - Ribonukleinsäure

Translokation
Austausch von Genabschnitten zwischen zwei Chromosomen
Querverweise: Gen - Chromosomen

Transplantat-gegen-Leukämie-Reaktion syn. Spender-gegen-Leukämie-Reaktion
Reaktion im Rahmen einer allogenen Stammzelltransplantation, bei der sich die Spenderlymphozyten gegen Leukämiezellen im Körper des Empfängers richten und diese dadurch vernichten. Diese Reaktion trägt dazu bei, dass sich die Gefahr eines Krankheitsrückfalls beim transplantierten Patienten verringert.
Querverweise: allogene Stammzelltransplantation - Lymphozyten - Leukämie

Transplantat-gegen-Wirt-Krankheit (Abk.: GvHD) syn. Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion
(englisch: Graft-versus-Host-Disease, GvHD); eine der problematischsten Komplikationen bei der allogenen Stammzelltransplantation. Sie betrifft vor allem Haut (sonnenbrandähnliche Symptome), Leber (Einschränkung der Leberfunktion) und Darm (wässrige Durchfälle) und kann unter Umständen lebensgefährliche Ausmaße annehmen. Ausgelöst wird die Krankheit dadurch, dass die im Transplantat enthaltenen T-Lymphozyten eines Spenders den Organismus des Empfängers angreifen (Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion, GvHR). Die GvHD wird je nach Ausprägung und Anzahl der befallenen Organe in vier Schweregrade eingeteilt. Abhängig vom Zeitpunkt ihres Auftretens spricht man von akuter GvHD (innerhalb der ersten 100 Tage) und chronischer GvHD (nach 100 Tagen). Durch bestimmte Maßnahmen und die Gabe von Medikamenten wird versucht, der GvHD so gut wie möglich vorzubeugen bzw. ihren Schweregrad zu vermindern.
Querverweise: allogene Stammzelltransplantation - Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion - T-Lymphozyten
Hauptinformationsseite: Transplantat-gegen-Wirt-Krankheit (GvHD)

Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (Abk.: GvHR) syn. Graft-versus-Host-Reaktion/-Krankheit; Transplantat-gegen-Wirt-Krankheit (GvHD)
Immunologische Reaktion, die nach einer allogenen Stammzelltransplantation auftreten kann. Dabei reagieren die im Transplantat enthaltenen Immunzellen (T-Lymphozyten) des Spenders gegen Organe und Gewebe des Empfängers. Zielorgane sind vor allem Haut und Schleimhäute, Leber und Darm. Je nach Ausprägung und Anzahl der betroffenen Organe werden vier Schweregrade der Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion bzw. -Krankheit (GvHD) unterschieden. Tritt die Reaktion innerhalb der ersten 100 Tage nach der Transplantation auf, spricht man von einer akuten GvHD; bei späteren Symptomen von einer chronischen GvHD. Eine GvHD kann unter Umständen ein lebensbedrohliches Ausmaß annehmen. Durch bestimmte Maßnahmen und die Gabe von Medikamenten wird versucht, der GvHD so gut wie möglich vorzubeugen bzw. ihren Schweregrad zu vermindern.
Querverweise: allogene Stammzelltransplantation - T-Lymphozyten - Symptom

Transplantation
Übertragung von Geweben, Organen oder Zellen
Querverweise: Stammzelltransplantation

Trisomie 21 syn. Down-Syndrom
angeborene Erkrankung, verursacht durch eine Chromosomenveränderung (Chromosom 21 liegt in jeder Körperzelle dreifach statt zweifach vor); führt zu Fehlentwicklungen fast sämtlicher Gewebe und Organe und geht meist mit einer individuell unterschiedlich ausgeprägten geistigen Behinderung, Minderwuchs und Fehlbildungen im Gesichtsbereich einher.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Patienten mit Trisomie 21 haben ein erhöhtes Risiko, an Krebs, besonders an Leukämien zu erkranken.
Querverweise: Chromosom - Leukämie

tuberöse Sklerose syn. Bourneville-Pringle-Syndrom
zu den Phakomatosen gehörendes erbliches (oder durch Neumutation auftretendes) Fehlbildungssyndrom; Multisystemstörung, die – je nach Ausprägung – durch Hautveränderungen, Epilepsie, tumorartige Veränderungen in fast allen Organen und zunehmende geistige Behinderung gekennzeichnet ist. Die Krankheit wird durch eine Mutation bestimmter Gene, wahrscheinlich Tumorsuppressorgene, verursacht.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: führt oft frühzeitig zu Tumoren im Gehirn, die kennzeichnend sind für diese Krankheit; im Laufe der Kindheit zunehmende Tumorbildung, zum Beispiel in Nieren, Lunge, Milz, Leber. Im Herzen werden bei vielen Kindern von Geburt an Hamartome des Herzens (Rhabdomyom) diagnostiziert.
Querverweise: Astrozytom - Epilepsie - Gen - Hamartom - Mutation - Phakomatosen - Syndrom - Tumor - Tumorsuppressorgen

Tubulin
Eiweiß, aus dem die Mikrotubuli bestehen, welche u.a. an der Bildung des Spindelapparates während der Mitose (Zellteilung) beteiligt sind
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bestimmte Zytostatika (z.B. Vinca-Alkaloide) binden spezifisch an Tubulin und hemmen auf diese Weise den Aufbau des Spindelapparates und somit die Zellteilung (so genannte Mitosehemmer).
Querverweise: Mitose

Tumor
Geschwulst, sowohl gutartig (benigne) als auch bösartig (maligne)
Hauptinformationsseite: Solide Tumoren

Tumorantigen
Struktur (Antigen), die im Zellkern, Zytoplasma oder auf der Oberfläche von Tumorzellen auftritt und häufig auch im Serum von Tumorpatienten nachweisbar ist (tumorassozierte oder tumorspezifische Antigene). Das Auftreten von Tumorantigenen an der Oberfläche von Tumorzellen kann Reaktionen des Immunsystems hervorrufen (zum Beispiel die Bildung von Antikörpern). Die Steuerung und Verstärkung solcher immunologischen Reaktionen können Ziel der Immuntherapie von Tumoren sein. Im Serum auftretende Tumorantigene können als Tumormarker bei der Diagnose der Erkrankung genutzt werden.
Querverweise: Antigen - Antikörper - Diagnostik - immunologisch - Immunsystem - Serum - Zellkern - Zytoplasma

Tumorklassifikation
Ordnungssystem, das nach klinischen und/oder pathologisch-anatomischen Gesichtspunkten vorgeht, um z.B. Größe und Ausdehnung eines bösartigen Tumors oder den Grad seiner Bösartigkeit zu bestimmen (Staging bzw. Grading).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: wird verwendet als Kriterium für die Behandelbarkeit (z.B. Operabilität) oder die Prognose (Heilungsaussicht) einer Krebserkrankung und somit für die Planung der Therapie. Je nach Art der Krebserkrankung werden unterschiedliche Einteilungssysteme angewendet.
Querverweise: Grading - Prognose - Staging - Tumor

Tumorlyse-Syndrom syn. Tumorzerfallsyndrom; Zellzerfallsyndrom
Stoffwechselveränderung infolge von Zellzerfall von Tumoren mit meist großer Masse oder Zellzahl nach einer Chemotherapie; äußert sich durch eine erhöhte Harnsäure-, Kalium- und Phosphatkonzentration sowie einen Abfall der Calciumkonzentration im Serum und kann ein akutes Nierenversagen zur Folge haben.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: kann v.a. bei der Behandlung von Patienten mit Leukämien oder Lymphomen vorkommen; zur Vorbeugung werden entsprechende behandlungsbegleitende Maßnahmen (Supportivmaßnahmen) durchgeführt
Querverweise: Calcium - Harnsäure - Leukämie - Lymphom - Serum
Hauptinformationsseite: Tumorlyse-Syndrom: Maßnahmen gegen eine Schädigung der Nieren

Tumormarker
biologische Substanzen (zum Beispiel Proteine) in Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, deren erhöhte Konzentration auf einen Tumor oder ein Tumor-Rezidiv hindeuten können; Tumormarker spielen vor allem für die Kontrolle des Krankheitsverlaufes eine Rolle, und zwar bei Patienten, bei denen erhöhte Konzentrationen einer entsprechenden Substanz zum Zeitpunkt der Diagnose gefunden werden. Zum verlässlichen Auffinden von Krebs sind Tumormarker weniger geeignet, da sie zum einen auch natürlicherweise im Körper vorkommen, zum anderen einen Tumor nicht notwendigerweise ausschließen, wenn sie fehlen (das heißt, nicht in auffällig erhöhter Konzentration vorliegen).
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Tumormarker beim Neuroblastom sind beispielsweise die Katecholamin-Stoffwechselprodukte Vanillin- und Homovanillinsäure sowie Dopamin.
Querverweise: Rezidiv - Tumor - Protein - Neuroblastom - Katecholamine

Tumorsuppressorgen
Gen, das (über sein Genprodukt) hemmend auf die Zellteilung wirkt und damit die Entstehung unkontrolliert wachsender Tumorzellen verhindert (z.B. p53-Gen oder Retinoblastomgen Rb); der Ausfall eines Tumorsuppressorgens, z.B. durch Mutation, kann die Tumorbildung begünstigen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Das Retinoblastom wird z.B. durch eine Veränderung (Mutation) des Retinoblastomgens hervorgerufen, das Li-Fraumeni-Syndrom (ein so genanntes Krebssyndrom), durch Mutation des Tumorsuppressorgens p53.
Querverweise: Gen - Genprodukt - Krebssyndrom - Li-Fraumeni-Syndrom - Mutation - Retinoblastom - Tumor

Turcot-Syndrom
seltene erbliche Erkrankung, gekennzeichnet durch das Auftreten von Tumoren, zum Beispiel Adenomen im Magen-Darm-Trakt und Hirntumoren (Medulloblastome, Glioblastome)
Querverweise: Glioblastom - Hirntumor - Medulloblastom