Zweitkrebserkrankungen nach einer Krebskrankheit im Kindes- oder Jugendalter

Zweitkrebserkrankungen (sekundäre maligne Neoplasien, SMN) sind bösartige Neubildungen, die nach einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter auftreten können.

Autor: Dr. med. habil. Gesche Tallen, erstellt am: 25.01.2016, Redaktion: Julia Dobke, Freigabe: Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 20.11.2018

Der Begriff Zweitkrebserkrankung (sekundäre maligne Neoplasie, SMN, Sekundärmalignom) umfasst eine Gruppe von bösartigen Neubildungen, die mindestens zwei Monate, aber auch noch Jahrzehnte nach Beendigung einer Krebsbehandlung (Chemotherapie, Strahlentherapie, hämatopoetische Stammzelltransplantation) im Kindes- oder Jugendalter entstehen können. Es gibt viele Arten von Sekundärmalignomen. Dabei handelt es sich grundsätzlich um andere Krebsarten als bei der Ersterkrankung.

Zahlreiche Faktoren beeinflussen das Risiko und die Art einer SMN. Diese Faktoren können die durchgeführten Krebsbehandlungen, der Zeitraum, der seit dem Therapieende verstrichen ist, sein oder auch persönliche, zum Beispiel genetische Voraussetzungen (siehe Kapitel "Ursachen").

Wichtig zu wissen: Überlebende einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter, die mit einer Chemo- und/oder Strahlentherapie und/oder einer Stammzelltransplantation behandelt wurden, können später an einem zweiten, anderen Krebsleiden erkranken (sekundäre maligne Neoplasie, SMN). De empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen sind deshalb unverzichtbar, damit eine Zweitkrebserkrankung rechtzeitig erkannt und eine Behandlung so früh wie möglich begonnen werden kann.

Basisliteraur

  1. Kaatsch P, Grabow D, Spix C: German Childhood Cancer Registry - Annual Report 2017 (1980-2016). Institute of Medical Biostatistics, Epidemiology and Informatics (IMBEI) at the University Medical Center of the Johannes Gutenberg University Mainz, 2018 [URI: http://www.kinderkrebsregister.de/ typo3temp/ secure_downloads/ 22605/ 0/ bd894cced68c7950a69875dc2588a29281fd6fbc/ jb2017_s.pdf]
  2. Kaatsch P, Debling D, Blettner M, Spix C: Second malignant neoplasms after childhood cancer in Germany - results from the long-term follow-up of the German Childhood Cancer Registry. Strahlentherapie und Onkologie 2009, 185 Suppl 2: 8 [PMID: 19685026]
  3. Gadner H, Gaedicke G, Niemeyer CH, Ritter J (Hrsg): Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Springer-Verlag 2006 [URI: http://www.springer.com/ medicine/ pediatrics/ book/ 978-3-540-03702-6]
  4. Klein G, Schulz B, Spix C, Kaatsch P: Risikoabschätzung für Sekundärmalignome nach Krebs im Kindesalter. Monatsschr Kinderheilkd 2002, 150 : 564 [DOI: 10.1007/s001120200002]