Rehabilitationskonzepte

Autor: Dipl.-Biol. Maria Yiallouros, erstellt am: 04.02.2009, Freigabe: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günter Henze, Zuletzt geändert: 20.05.2010

Je nach Alter des Patienten stehen derzeit zwei verschiedene Rehabilitationsmaßnahmen zur Verfügung, die von den Fachgesellschaften (zum Beispiel der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH), dem Dachverband der Elterngruppen krebskranker Kinder (DLFH) und der KINDERKREBSNACHSORGE – Stiftung für das chronisch kranke Kind) empfohlen und unterstützt werden:

Familienorientierte Rehabilitation (FOR)

Für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr (unter Umständen auch für ältere Kinder) wird die so genannte „Familienorientierte Rehabilitation“ (abgekürzt: FOR) empfohlen. Es handelt sich um ein modernes familienorientiertes Konzept, das nicht nur das kranke Kind, sondern auch die Eltern und Geschwister in die Reha-Maßnahmen einbezieht. Ein solches Therapiekonzept hat sich aufgrund der Vielschichtigkeit der Probleme und Wechselwirkungen, die eine Krebserkrankung des Kindes für die gesamte Familie mit sich bringt, vom medizinischen und psychosozialen Standpunkt aus als notwendig erwiesen (insbesondere dann, wenn Behinderungen, Störungen im Sozialverhalten, Ängste oder Lernstörungen hinzukommen). Ziel der Behandlung ist die Verbesserung der körperlichen, psychischen und sozialen Situation des kranken Kindes sowie seiner Familienangehörigen [HäB1997] [HäB1993].

Eine familienorientierte Rehabilitation ist auch für Familien möglich, die infolge der Krebserkrankung ein Kind verloren haben (so genannte „Familienorientierte Rehabilitation für verwaiste Familien“). Einige Kliniken haben spezielle Rehabilitationskonzepte entwickelt, welche die besondere Situation dieser Familien berücksichtigen. Wesentliches Ziel der Reha-Maßnahmen ist hier, die Angehörigen bei der Bewältigung ihrer Trauer um das verlorene Kind zu unterstützen.

Kleingruppenorientierte Rehabilitation

Bei Jugendlichen (und jungen Erwachsenen) wird eine Rehabilitation in Kleingruppen empfohlen, um den besonderen Bedürfnissen und Entwicklungsaufgaben von Patienten dieser Altersgruppe gerecht zu werden. Eine schwere Erkrankung führt in vielen Fällen zu einer nicht altersgemäßen Nähe zwischen dem Jugendlichen und seinen primären Bezugspersonen (den Eltern) und wirft ihn auf sein familiäres Umfeld zurück. Es hat sich gezeigt, dass es daher wichtig ist, dem Bedürfnis des Patienten nach Ablösung und Verselbständigung durch eine Rehabilitation in der Gruppe Gleichaltriger nachzukommen. Für die Durchführung dieser Maßnahmen sind in spezialisierten Reha-Kliniken altersspezifische Behandlungskonzepte entwickelt worden.