Glossar

Glossar der Begriffe, die in kinderkrebsinfo und kinderblutkrankheiten verwendet werden.

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Wachstumshormon (Abk.: STH, GH ) syn. Somatotropin, Somatotropes Hormon, Growth Hormone
körpereigenes Eiweiß aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), das für das Wachstum nahezu aller Gewebe in der Kindheit erforderlich ist. Das Hormon reguliert das Längenwachstum des Körpers durch Wachstum der Knochen- und Knorpelstrukturen und, darüber hinaus, verschiedene Stoffwechselvorgänge wie Fettabbau und Muskelaufbau sowie die Blutzuckerbildung. Das Hormon ist daher auch bei Erwachsenen für einen gesunden Stoffwechsel wichtig. Die Ausschüttung von Wachstumshormon aus der Hypophyse wird durch den Hypothalamus gesteuert.
Querverweise: Hypophyse - Hypothalamus - Hormon

WAGR-Syndrom syn. Chromosom-11p-Syndrom
Kurzbezeichnung für ein Krankheitsbild, das mit der Bildung eines Wilms-Tumors, dem vollständigen oder teilweisen Fehlen der Regenbogenhaut des Auges (Aniridie), Fehlbildungen der Harn- und Geschlechtsorgane (Urogenitalsystem) und einer geistigen Behinderung (Retardierung) einhergeht. Etwa 10 % der Patienten mit WAGR-Syndrom entwickeln eine Niereninsuffizienz. Das WAGR-Syndrom gehört zu den erblichen Krebssyndromen (mit autosomal-dominantem Erbgang). Es manifestiert sich meist zwischen dem ersten und dem vierten Lebensjahr und ist auf den Verlust eines Chromosomenstücks auf Chromosom 11 zurückzuführen. Dadurch wird das so genannte Wilms-Tumorgen wt1 aktiviert.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Kinder und Jugendliche mit einem WAGR-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko, an einem Wilms-Tumor (Nephroblastom) zu erkranken.
Querverweise: Wilms-Tumor - erbliche Krebssyndrome - Chromosomen - autosomal-dominant - Wilms-Tumorgen - Niereninsuffizienz

Wasserkopf syn. Hydrocephalus, Hydrozephalus
Erweiterung der Flüssigkeitsräume des Gehirns (Hirnventrikel) aufgrund verschiedener Ursachen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Ein so genannter Verschlusshydrocephalus (hydrocephalus internus occlusus) kann Folge einer Abflussstörung des Nervenwassers (Liquors) sein, z.B. bei einem Kleinhirntumor wie dem Medulloblastom, und eine zeitweilige oder dauerhafte Drainage (Ableitung des Nervenwassers) notwendig machen.
Querverweise: Drainage - Hirntumor - Hirnventrikel - Liquor - ventrikulo-peritonealer Shunt - Ventrikulostomie
Hauptinformationsseite: Hirntumoren - Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS)

Weichgewebe syn. Weichteile
Zu den Weichgeweben zählen Binde-, Fett- und Muskelgewebe sowie das Gewebe der peripheren Nerven (Nervensystem ohne Hirn und Rückenmark). Weichgewebe (Weichteile) umfassen somit alle nicht-epithelialen Gewebe des Körpers mit Ausnahme des Stützgewebes (Knochen und Knorpel). Die Weichgewebe verbinden, unterstützen und umgeben die anderen Körperteile und Organe.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bösartige Tumoren der Weichteile, so genannte Weichteilsarkome oder Weichgewebssarkome, sind im Kindes- und Jugendalter die vierthäufigsten soliden Tumoren (nach den Tumoren des Zentralnervensystems, Lymphomen und Neuroblastomen).
Querverweise: Epithelgewebe - Lymphom - Nervensystem - Neuroblastom - peripheres Nervensystem - Zentralnervensystem

Weichteile syn. Weichgewebe
Die Weichteile (Weichgewebe) umfassen alle nicht-epithelialen Gewebe des Körpers mit Ausnahme des Stützgewebes (Knochen und Knorpel). Zu den Weichgeweben zählen damit das Binde-, Fett- und Muskelgewebe sowie das Gewebe der peripheren Nerven (Nervensystem ohne Hirn und Rückenmark). Die Weichteile verbinden, unterstützen und umgeben die anderen Körperteile und Organe.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bösartige Tumoren der Weichteile, so genannte Weichteilsarkome oder Weichgewebssarkome, sind im Kindes- und Jugendalter die vierthäufigsten soliden Tumoren (nach den Tumoren des Zentralnervensystems, Lymphomen und Neuroblastomen).
Querverweise: Epithelgewebe - Lymphom - Nervensystem - Neuroblastom - Zentralnervensystem

Weichteilsarkome
Vielzahl sehr verschiedener bösartiger Erkrankungen, die von Weichgeweben - zum Beispiel Binde-, Fett- und Muskelgewebe oder Gewebe der peripheren Nerven – ausgehen; machen knapp 7 % der bösartigen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter aus; häufigstes Weichteilsarkom bei Kindern und Jugendlichen ist das Rhabdomyosarkom.
Querverweise: peripheres Nervensystem - Rhabdomyosarkom

Weichteiltumor syn. Weichteilsarkom
Vielzahl sehr verschiedener bösartiger Erkrankungen, die von Weichgeweben – zum Beispiel Binde-, Fett- und Muskelgewebe oder Gewebe der peripheren Nerven – ausgehen; sie machen knapp 7 % der bösartigen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter aus. Häufigstes Weichteilsarkom bei Kindern und Jugendlichen ist das Rhabdomyosarkom.
Querverweise: Rhabdomyosarkom - peripheres Nervensystem

WHO
Abkürzung für (englisch) World Health Organization, Weltgesundheitsorganisation; internationale Föderation zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Gesundheitswesens

WHO-Klassifikation
von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erarbeitete internationale Standards zur Einteilung (Klassifikation), Diagnose und differenzierten Unterscheidung verschiedener (bösartiger) Erkrankungen
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: In der Kinderkrebsheilkunde erfolgt z.B. die Einteilung der Non-Hodgkin-Lymphome und der Keimzelltumoren nach entsprechend tumorspezifischen WHO-Klassifikationen. Die Orientierung an einer international einheitlichen Einteilung einer Krebserkrankung in verschiedene Unterformen mit unterschiedlicher Prognose und Behandelbarkeit ermöglicht die Erstellung einheitlicher krankheitsspezifischer (sowie individuell angepasster) Behandlungspläne.
Querverweise: Keimzelltumor - Non-Hodgkin-Lymphom - Tumorklassifikation

Wilms-Tumor syn. Nephroblastom
Em­bryo­na­ler, bös­ar­ti­ger so­li­der Tu­mor der Nie­re, der am häufigsten bei Kindern im Alter zwischen 1 und 5 Jahren vorkommt; insbesondere bei Vor­lie­gen ver­schie­de­ner Syn­dro­me bzw. an­ge­bo­re­ner Ano­ma­li­en. Macht 6 % al­ler bös­ar­ti­gen Er­kran­kun­gen im Kin­des- und Ju­gend­al­ter aus).
Querverweise: embryonal - solide - Syndrom - Wilms-Tumorgen

Wilms-Tumorgen
Gene, die (infolge tumorspezifischer Veränderungen bestimmter Chromosomen) eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des Wilmstumors spielen. Bislang konnte trotz Hinweisen auf die Existenz verschiedener Wilmstumorgene nur das Wilms-Tumor-Suppressorgen WT1 auf Chromosom 11 (Genort 11p13) identifiziert und entschlüsselt werden.
Querverweise: Gen - Chromosom - Tumorsuppressorgen - Wilms-Tumor

Windpocken syn. Varizellen
durch das Varicella-Zoster-Virus ausgelöste Infektionskrankheit, die vorwiegend im Kindesalter auftritt und v.a. durch Fieber und einen juckenden Hautausschlag (insbesondere im Gesicht, an Kopfhaut und Rumpf) gekennzeichnet ist; hinterlässt i.d.R. lebenslange Immunität. Die Viren können jedoch im Körper verbleiben und zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. bei einer Abwehrschwäche des Körpers, eine Gürtelrose (Zoster) auslösen.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Bei abwehrgeschwächten (immunsupprimierten) Kindern und Jugendlichen (z.B. im Rahmen der Krebsbehandlung) kann eine Infektion mit Varizellen lebensgefährlich sein. Um Infektionen bei diesen Patienten zu verhindern, erfolgen vorbeugende Maßnahmen (z.B. Schutzimpfung; ggf. Behandlung mit Virus hemmenden Medikamenten).
Querverweise: Gürtelrose - Immunität - Immunsuppression - Varizella-Zoster-Virus

Wiskott-Aldrich-Syndrom
angeborene Erkrankung mit Gerinnungsstörung und Immundefekt; typische Kennzeichen sind u.a. Hautblutungen, erhöhte Infektanfälligkeit, ekzemartige Hautveränderungen und Neigung zu allergischen Reaktionen sowie ein erhöhtes Krebsrisiko.
Beispiele / Bedeutung Kinderkrebsheilkunde: Kinder und Jugendliche mit diesem Krankheitsbild haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Lymphom (Hodgkin-Lymphom; Non-Hodgin-Lymphom) zu erkranken.
Querverweise: Hodgkin-Lymphom - Immundefekt - Lymphom - Non-Hodgkin-Lymphom - Syndrom